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So minimieren Sie das Risiko für Arbeitsunfälle

Ein falscher Umgang mit Leitern gehört sowohl im Handwerk als auch in der Industrie und in Lagerbereichen zu den häufigsten Unfallursachen. Dabei können bereits Stürze aus geringen Höhen zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Knochenbrüche, Kopfverletzungen und eine darauresultierende langfristige Arbeitsunfähigkeit sind keine Seltenheit.

Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Mitarbeitenden im sicheren Umgang mit Leitern und Tritten ausbilden. Denn viele Unfälle passieren nicht aufgrund von Defekten an Leitern, sondern durch unsicheres, leichtfertiges Verhalten der Nutzenden 

 

Betrachten wir die Unfälle in diesem Zusammenhang etwas genauer, lassen sich wiederkehrende Ursachen feststellen: 

  • Auswahl des falschen Leitertyps für die jeweilige Tätigkeit 
  • Aufstellen der Leiter auf rutschigem oder unebenem Untergrund 
  • Fehlende Sicherung gegen Wegrutschen oder Umkippen der Leiter 
  • Arbeiten mit schweren oder sperrigen Gegenständen ohne ausreichende Sicherung 
  • Verwendung von beschädigten oder ungeprüften Leitern  
  • Überstrecken zur Seite oder über die Leiter hinweg, um eine Umpositionierung zu umgehen 
  • Nachlässigkeit durch Zeitdruck und Routine 
  • Die richtige Leiter auswählen
    Nicht jede Leiter eignet sich für jede Tätigkeit. Daher sollte der Mitarbeitende passend zur Aufgabe auswählen, ob eine Stehleiter, eine Anlegeleiter, eine Podestleiter oder ein Tritt für eine sichere Durchführung am besten geeignet ist. Dabei sollten auch die Arbeitsdauer und -höhe Berücksichtigung finden. Eine Leiter ist kein geeigneter Ersatz für eine Arbeitsbühne oder ein Gerüst. Achten Sie hierbei auf die Bauart der Leiter. Seit den Verschärfungen der technischen Regeln (TRBS 2121 Teil 2) gilt: Das Arbeiten auf klassischen Sprossen (schmale, runde Tritte) ist nur noch eingeschränkt zugelassen Für die meisten Tätigkeiten müssen heute Stufen (mit einer flachen, mindestens 8 cm tiefen Auftrittsfläche) oder Plattformen genutzt werden. Sie bieten den Füßen einen sicheren, vollflächigen Stand und senken das Sturzrisiko durch Ermüdung oder Wegrutschen drastisch.
  • Richtiges Verhalten während der Nutzung
    Auch mit der richtig ausgewählten Leiter lassen sich Unfälle nicht grundsätzlich verhindern. Ebenso wichtig ist das richtige Verhalten bei der Verwendung. Lehnen sich Nutzende beispielsweise zu weit zur Seite, wie es häufig beim Kommissionieren im Lager vorkommt, kann ein Unfall schnell passieren. Außerdem sollte hektisches Arbeiten und das Aufsteigen mit vollen Händen unbedingt vermieden werden.  
  • Verwendung von geprüften, sicheren Leitern
    Beschädigte Holme, lockere Sprossen, defekte Füße oder fehlende Antirutschkappen können ebenfalls zur Unfallursache werden. Eine Leiter ist daher vor Verwendung immer zu kontrollieren und darf nur verwendet werden, wenn sie keinerlei Beschädigungen aufweist.  

Welche konkreten Handlungsempfehlungen lassen sich formulieren, um eine sichere Verwendung von Leitern für alle Mitarbeitende sicherzustellen? Die folgenden Punkte eignen sich als schnelle Checkliste für Ihre Beschäftigten:

  1. Leiter vor Benutzung prüfen

    Im Rahmen einer Sichtkontrolle sollte zunächst geprüft werden, ob die Leiter Schäden oder Verschmutzungen aufweist. Defekte Leitern sollten auf keinen Fall verwendet, sondern außer Betrieb genommen werden.  Unabhängig davon, sind sämtliche Leitern und Tritte regelmäßig von einer befähigten Person zu überprüfen. Diese Überprüfungen sollten Sie sorgfältig dokumentieren.

  2. Leiter richtig aufstellen

    Bei der Verwendung muss sichergestellt werden, dass die Leiter auf einem festen, tragfähigen und rutschfesten Untergrund steht. Der richtige Anstellwinkel von 65 bis 75 Grad bzw. die 1:4 Regel sollte eingehalten werden. Letztere besagt, dass ein Meter Wandabstand je vier Meter Gegenstandshöhe gewählt werden sollte.  Außerdem ist die Leiter gegen Wegrutschen zu sichern.

  3. Sicheres Arbeiten auf der Leiter

    Beim Arbeiten auf der Leiter kommt es ganz besonders auf das eigenverantwortliche Verhalten der Mitarbeitenden an. Sie sollten immer drei Kontaktpunkte zur Leiter halten und sich auf keinen Fall seitlich hinauslehnen. Damit die Leiter nicht überlastet wird, darf sie nur von einer Person gleichzeitig verwendet werden. Werkzeug ist für den Auf- und Abstieg in einem Werkzeuggürtel zu transportieren. 

  4. Sicheres Übersteigen auf höhergelegene Ebenen 

    Wird eine Anlegeleiter genutzt, um auf eine höhergelegene Fläche wie ein Podest oder ein Dach zu gelangen, ist besondere Vorsicht geboten. Die Leiter muss hierbei weit genug überstehen – die Faustregel besagt mindestens einen Meter über die Austrittsstelle hinaus. Nur so haben Mitarbeitende beim Übergang ausreichend Halt und können ein gefährliches Übergewicht oder ein Wegrutschen der Leiter verhindern.

  5. Regelmäßige Unterweisungen stellen den richtigen Umgang sicher 

    Schulen Sie Ihre betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig zum richtigen Umgang mit Leitern, können Unfälle verhindert werden. Praktische Beispiele helfen dabei, die Gefahren zu veranschaulichen.  

Der sichere Einsatz von Leitern und Tritten ist auch gesetzlich klar geregelt. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz wird zunächst geprüft, ob ihr Einsatz für die jeweilige Tätigkeit geeignet ist. Ist dies nicht der Fall, müssen alternative Lösungen, beispielsweise Gerüste oder Arbeitsbühnen, verwendet werden. Nur bei zeitlich begrenzten Arbeiten mit geringem Risiko eignen sich Leitern als Hilfsmittel.  

Die Betriebssicherheitsverordnung regelt zudem die sichere Bereitstellung, Prüfung und Verwendung von Arbeitsmitteln. Demnach dürfen Leitern nur dann verwendet werden, wenn sie sich in einem sicheren Zustand befinden und für die Tätigkeit geeignet sind.  

Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121 Teil 2) konkretisieren die Anforderungen für Arbeiten auf Leitern. Sie beschreiben, wann Leitern zulässig sind und wann alternative Arbeitsmittel verwendet werden müssen. Die Novellierung dieser Regelung hat die beispielsweise die Nutzung von Sprossenleitern als hochgelegenen Arbeitsplatz stark eingeschränkt. Das Arbeiten auf Sprossenleitern ist nur noch in sehr engen Ausnahmen (z. B. raumbedingt) zulässig, wenn die Standhöhe weniger als 2 Meter beträgt. 

Die DGUV Information 208-016 enthält außerdem zahlreiche, praxisnahe Empfehlungen für die Auswahl, Prüfung und Kennzeichnung von Leitern und Tritten. Sie kann als sinnvolle Orientierungshilfe dienen.  

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nicht nur eine Erfüllung formaler Pflichten darstellt. In erster Linie dient sie dazu, Arbeitsunfälle zu vermeiden und die Gesundheit und Sicherheit aller Mitarbeitenden sicherzustellen. Unfälle führen häufig zu langen Ausfallzeiten und schaden damit nicht nur der Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden nachhaltig, sondern auch Ihrem Unternehmen. Gleichzeitig können Verstöße gegen Arbeitsschutzvorschriften im Schadensfall zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen.  

Benötigen Sie Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung? Wir helfen Ihnen gern und prüfen in diesem Zuge auch Ihre Arbeitsmittel auf Sicherheit und Eignung. Sprechen Sie uns einfach an.